Maibaum-Verein

St. Markus München-Neuaubing e.V.

 

 

 

 

 

Kultur und Brauchtum, Tradition und bairisches Leben

Wappen des Freistaates Bayern

Ursprüngliches Emblem des Maibaum-Vereins

Informationen über das Wappen des Freistaates Bayern

Aubinger Wappen

"Menschen,. die nicht auf ihre Vorfahren zurückblicken,

werden auch nicht an ihre Nachwelt denken"

Edmund Burke, irisch-britischer Philosoph und Politiker (1729 - 1797)

Bairisches Leben - Brauchtum - Bairische Sprache - Bier - Brezn - Edelweiß - Freinacht - Freistaat Bayern - Hoagartn - Krachlederne - Maibaum - Nudelwoigler - Oktoberfest - Patenbitten - Schreibweise - Silvesterbräuche - Tracht - Tradition - Wappen des Freistaates Bayern - Weiß Ferdl - Weißwurschtäquator - Zachäus

Bairisches Leben

Bayern, das bedeutet vertraute Heimat, bodenständiges Brauchtum und überlieferte Kultur. Wir Bayern bekennen uns zu unseren Traditionen und zur herzlichen Verbundenheit mit unserer Heimat und Geschichte.

 

Richtig empfundene Heimatverbundenheit lässt sich nicht von oben verordnen, sondern lebt vom Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Gerade Vereine wie unser Maibaum-Verein, die versuchen, das alte Brauchtum wieder zu beleben und behutsam weiterzuentwickeln, tun viel für die Erhaltung unserer bairischen Volkskultur. Dabei ist der Verein lt. Satzung für jeden offen, egal welcher Rasse und Religion er angehört – dies ist ein Beispiel für die bairische Maxime „leben und leben lassen“, die wahre „liberalitas bavariae“. Als Beispiel sei hier Ali Assal, der Vater unseres Vereinsmitglieds Stadtrat Dr. Josef Assal, dessen Wiege am Nil stand, genannt.

 

Informationen über verschiedene bairische Bräuche erhalten Sie auf den entsprechenden Seiten (z.B. über den Maibaum, das Patenbitten und zum Sänger- und Musikantentreffen (Hoagartn); auch die Bayernhymne darf natürlich nicht fehlen.

Bairische Sprache

Woher kommt der bairische Dialekt?

Am 8. Tag erschuf Gott die Dialekte. Alle Völkchen waren glücklich. Der Berliner sagte: Ick habe nen knorke Dialekt, wa?, der Hanseate sagte: Ik snak platt, und dat is goad!, der Kölner sagte: üwwa minge Dialekt kütt nix!.

Nur für den Bayern war kein Dialekt mehr übrig und er war sehr traurig...

Da hatte der liebe Gott ein Einsehen und sagte: "Ja mei, Bua, dann red hoid so wia i"!

 

Bairische Sprachtafel

Der Förderverein Bairische Sprache und Dialekte hat zusammen mit dem Integrationsbeauftragten der bayrischen Staatsregierung eine bairische Sprachtafel entwickelt. Es sind darauf Symbole mit bayrischen Ausdrücken oder Sätze zu sehen. Darunter finden sich beispielsweise Bürokratie-Begriffe wie "Arbadsagentua" oder "da Doimetscha", aber auch Alltagstaugliches wie "s' Kaffädringa", "s' Maanagloo" oder die schöne bairische Grußformel "Hawadehre". Die "Bairische Sprachtafel" im Format A2 kann laut der offiziellen Internetseite über die Geschäftsstelle des Integrationsbeauftragten per E-Mail bestellt werden: integrationsbeauftragter@stk.bayern.de

 

Mei,is Boarisch schee...
Die Mitarbeiter am Meinungsforschungsinstitut Allensbach am Bodensee haben in einer hochoffiziellen Umfrage Anfang 2008 folgendes ermittelt: Das Bairische ist der beliebteste Dialekt Deutschlands. Nicht etwa deshalb, weil ihn die meisten sprechen, sondern weil er von den meisten Menschen jenseits der Freistaatsgrenzen am liebsten gehört wird!
35 Prozent der Deutschen haben die weiß-blaue Mundart folglich gern im Ohr. Platz zwei nimmt mit 29 Prozent das norddeutsche Platt ein, dahinter kommt das Berlinerische mit 22 Prozent und das Schwäbische mit 20 Prozent. Der Dialekt, den die Deutschen am wenigsten hören möchten, ist übrigens Sächsisch (54 Prozent).

 

Roman Herzog sagte:

„Die Verarmung und Verschandelung des Hochdeutschen und unserer Umgangssprache nehmen erschreckend zu. Das Sterben unserer Mundarten hat ein bedrohliches Ausmaß erreicht. Es gibt aber keine bairische, österreichische, südtirolerische oder Schweizer Identität ohne unsere Sprache mit ihrem Reichtum an Dialekten. Nur wer weiß, wo er selbst herkommt, kann sich selbstbewusst und kritisch dem anderen öffnen. Jeder interkulturelle Dialog wird zum Geschwätz, wenn kein Selbstbewusstsein von der eigenen Kultur vorhanden ist.“ 

 

Georg Lohmeier ist der Meinung:

„Was zum Beispiel würden unsere Lustspieldichter ohne die bairische Mundart anstellen? Mit dem erhabenen Schriftdeutsch kann man zwar schöne Novellen, geistvolle Romane und große Tragödien schreiben, aber nur schwer eine Komödie. Das ist auch ein Grund, warum es in der deutschen Literatur so wenig Lustspiele gibt, dafür um so mehr Tragödien."

 

Der Regensburger Sprachprofessor Dr. Ludwig Zehetner schreibt:

„Die Schrift- oder Standardsprache ist eher gedanklich abstrakt; ab und zu sogar unanschaulich, dagegen lebt die Mundart von der Nähe zu den Dingen des Alltags. Die bairische Sprache mit ihren regionalen Dialekten ist eine über 1200 Jahre alte, gewachsene Kultursprache. Deshalb ist es dringend notwendig, ihren Wert zu erkennen und als Kleinod der Bayern zu erhalten. Sie darf im Kindergarten und in der Schule beim Lernen der Schriftsprache nicht total verdrängt und verteufelt werden".

 

Der Förderverein Bairische Sprache und Dialekte rät:

 „Redts boarisch und schreibts schriftdeutsch" - aber, das „süddeutsch geprägte Schriftdeutsch", also Samstag statt Sonnabend, Semmel statt Brötchen oder spassig statt irre. Denn der Dialekt (Muttersprache) ist kein Defizit, sondern ein Privileg.

Weitere Informationen beim Förderverein bairische Sprache und Dialekte e.V. (FBSD)

Bayernhymne siehe hier

Bier

Das Produkt Bier hat in Bayern von jeher einen außergewöhnlich hohen Stellenwert. Es ist nicht nur das sprichwörtlich "flüssige Brot", sondern auch das gesellschaftliche Bindemittel bairischer Kultur.

 

Bier - siehe auch hier

 

Bierbauch - Einen solchen Bauch bekommt man meist nicht vom Bier, sondern von dem, was man dazu isst. In Bayern sagt man auch, dass ein Mannsbild ohne Bauch ein Krüppel sei. Hierzu der Volksmund: "Liaba an Bauch vom Saufa als an Buckl von da Arbat!"

 

Bierdeckel - Echte Bierkrüge haben einen Deckel gegen herabfallende Insekten im kastanienbeschatteten Biergarten. Manche bezeichnen auch den Bierfilz als Bierdeckel, verwenden denselben auch so, indem sie ihn auf das offene Bierglas legen und so das kostbare Nass vor Wespen schützen

 

Bierfilz oder Bierfuizl - Untersetzer für Bierkrüge und Gläser, ursprünglich aus Filz, heute meist aus Pappe, bedruckt und ein beliebtes Sammelobjekt.

 

Biergarten - Charakteristisch für einen traditionellen Biergarten ist das Recht des Gastes, selbst mitgebrachte Speisen verzehren zu dürfen. Weiterhin sind Bäume und Holzbestuhlung Kennzeichen eines Biergartens, natürlich auch der Ausschank von Bier in Maßkrügen. Idealerweise gehören auch Kiesfläche, Biergarnitur und deftiges Essen dazu. Als Unding werden jedoch Plastikstapelstühle, Schirme statt Bäume und Pflaster statt Kies angesehen.

Ähnlich sieht es auch die Bayerische Biergartenverordnung (neue Fassung von 1999), welche nach der “Biergarten Revolution” von 1995 die Richtlinien nochmals klarstellt - auch zum Erhalt der Bayerischen Biergartenkultur.

(Auszug):

“Kennzeichnend für den bayerischen Biergarten im Sinne der Verordnung sind vor allem zwei Merkmale: der Gartencharakter und die traditionelle Betriebsform, speziell die Möglichkeit, dort auch die mitgebrachte, eigene Brotzeit unentgeltlich verzehren zu können, was ihn von sonstigen Außengaststätten unterscheidet.“

 

Bierprobe - Angeblich soll eine Bierprobe folgendermaßen abgelaufen sein: Der Bürgermeister und zwei Ratsherren erschienen beim Bräu, verlangten eine Maß, schütteten diese auf eine Holzbank und setzten sich mit ihren Krachledernen darauf. So blieben sie eine Stunde sitzen, wenn sie sich dann erhoben und die Bank klebte an Ihrem Allerwertesten, dann war das Bier gut.

 

Bleifrei - werden im Volksmund alkoholfreie Biere bezeichnet.

 

Cerevisia (für lateinisch Bier) - Cerevisiam bibunt homines, animalia cetera fontes - Menschen trinken Bier, die anderen Tiere Wasser - Bairisch: Nur d´Viecher trink´n Wasser.

 

Maß - Der Bayer trinkt eine Maß mit "ß". Alle anderen, teils abenteuerlichen, Schreibweisen von "Mass" über "Maaß" bis "Maas" sind schlicht und ergreifend falsch. Ausgesprochen wird die Maß so, dass sie sich auf "Fass" reimt, also mit einem kurzen "a" in der Mitte und sie ist immer weiblich.

Prost - Es heißt zwar "Ein Prosit der Gemütlichkeit" bei dem beliebten Trinklied, "Oans, zwoa, drei, gsuffa!". Beim Anstoßen selbst heißt es dann aber "Prost!" und nicht "Prosit!".

 

Reinheitsgebot (Bayerisches Reinheitsgebot von 1516) - nennen wir diejenige Verordnung, die die Herzöge Wilhelm IV. und Ludwig X. 1516 erließen. Dort wurde geregelt, dass zum Bierbrauen nur Malz, Hopfen und Wasser genommen werden dürfen, also ausschließlich natürliche Zutaten. Zum Bierbrauen wird zusätzlich Hefe benötigt, um aus den o. g. Zutaten ein Bier brauen zu können. Dies war auch im Mittelalter schon bekannt. Es entspricht deshalb der einhelligen Meinung, dass für die Bierherstellung neben den drei ausdrücklich genannten Zutaten auch Hefe verwendet wurde. Das Reinheitsgebot ist das älteste Lebensmittelgesetz und galt zunächst nur in Bayern (deshalb auch Bayerisches Reinheitsgebot). Erst 1918 erkannte man auch im Preußischen Berlin den Wert dieser Vorschrift und die Reichsregierung dehnte den Geltungsbereich auf das gesamte Deutsche Reich aus.

 

Stammwürze - bezeichnet den Malzextrakt der Würze vor der Vergärung (in %). Aus dem Stammwürzegehalt berechnet sich der ungefähre Alkoholgehalt des Bieres. Ein normales Vollbier hat 11 bis 14% Stammwürze. Die Stammwürze kann auch in °Plato ausgedrückt werden.

 

Starkbierzeit - ist die fünfte Jahreszeit in Bayern und beginnt wie immer nach dem Ende des Faschings in der "mageren" Fastenzeit und dauert rund vier Wochen. Die offizielle Eröffnung mit viel Prominenz findet mit dem Anstich in der Gaststätte "Paulaner Wirtshaus am Nockherberg" statt (Politiker-Derblecken), wo der bekannte SALVATOR ausgeschenkt wird. Mit diesem ältesten bayerischen Starkbier begann im 17. Jahrhundert die Ära des Starkbieres in und um München.

 

Ursprünglich blieb der Salvator, das Hausbier der Paulaner Mönche, Personen, die nicht zum Kloster gehörten, vorenthalten. Das Bier wurde damals nur am Namenstag des Ordengründers Franz von Paula am 02.04. ausgeschenkt. Erst durch die Ausschankgenehmigung von Kurfürst Karl Theodor 1780 war es den Mönchen erlaubt, das Starkbier an die Bevölkerung weiterzugeben. Bis 1860 wurde das Bier noch jährlich im Neudecker Garten nahe dem Kloster ausgeschenkt. Doch der Jahr für Jahr zunehmende Andrang gab den Anlass, den Salvatorkeller zu bauen, in welchem auch heute noch der Starkbieranstich vollzogen wird. Anlässlich der großen Beliebtheit des Starkbieres stellten im 19. Jahrhundert auch andere Brauereien Starkbiere her und verkauften sie ebenfalls unter dem Namen Salvator. Erst mit der Eintragung des Wortes Salvator beim kaiserlichen Patentamt war der Name geschützt, und so waren die Brauer gezwungen, ihre Biere unter anderem Namen zu führen. So entwickelten sie zahlreiche Phantasienamen mit der Endung -ATOR, welche heute als Erkennungsmerkmal der Starkbiere dient. Um einige dieser Marken zu nennen:

Löwenbräu hat den TRIUMPHATOR, Augustiner den MAXIMATOR, die Hofbräu-Brauerei den DELICATOR und Spaten den OPTIMATOR. Daneben gibt es viele weitere Starkbierspezialitäten anderer Brauereien, die unmöglich alle aufgezählt werden können.

 

Übrigens muss ein Starkbier mindestens 16% Stammwürze aufweisen. In Bayern nennt man Starkbier auch Bockbier. Hat es mehr als 18% Stammwürze, wird es Doppelbock genannt.

 

Wasser - ist entscheidend für die Güte und Qualität des Biers. Das ideale Brauwasser hat 6-8 Grad deutscher Härte (dH). Bei Thales von Milet ist das Wasser der Ursprung aller Dinge. Aqua viva strömt im himmlischen Jerusalem als Lebenswasser und es heißt, nur wer aus Wasser und Geist geboren wird, kann eintreten in die Ewigkeit. ( Joh 3,5).

Brauchtum

In einer umfassenden Definition von einem Altmeister der Volkskunde, Josef Dünninger, heißt es: „Brauchtum ist gemeinschaftliches Handeln, durch Tradition bewahrt, von der Sitte gefordert, in Formen geprägt, mit Formen gesteigert, ein Inneres sinnbildlich ausdrückend, funktionell an Zeit oder Situation gebunden."

 

Weitere Links:  Brauchtumsjahr.de (die Seite befindet sich noch im Aufbau - ist aber schon recht interessant)

Brezn

Zum Bier gibt es dann auch gerne mal eine Brezn. Und weil eine ordentliche Brezn mit Bier im Notfall auch mal eine Mahlzeit ersetzen kann, sollte man auch von der Verniedlichung "Brezl" absehen. Auch hier findet man keinen Apostroph, also bitte nicht "Brez'n" oder "Brez'l" schreiben. Die Aussprache ist für Nicht-Bayern eventuell schwierig, denn das "r" gehört schön weich gerollt und das "e" wird eher lang gesprochen.

Edelweiß

gehört zu den Korbblütlern und wächst vornehmlich in den Alpen. Der Name ist eine südtiroler Volksbezeichnung (Tirol gehörte einmal zu Bayern!). Heute streng geschützt. Das Edelweiß ist die inoffizielle Wappenblume Bayerns.

Freinacht

Die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai wird auch als Freinacht bezeichnet. In dieser Nacht ziehen vielerorts Jugendliche durch die Straßen und stellen allerlei Streiche an. Beliebt ist vor allem das Einwickeln von Autos oder anderen Dingen mit Toilettenpapier, das Besprühen von Türklinken mit Rasierschaum oder das Verändern von Ortsschildern. Aber auch vor Vandalismus muss gewarnt werden.

 

Über die Ursprünge dieses Brauches gibt es unterschiedliche Vermutungen. Da es in Oberbayern nicht schicklich war, an Feiertagen, an denen ja nicht gearbeitet wurde, Arbeitsgeräte herumstehen zu lassen, wurden diese von der Dorfjugend in der Nacht „aufgeräumt“. Die jungen Leute hängten beispielsweise offene Tore aus und versteckten sie oder hievten umherstehende Heuwagen auf die Scheunendächer. Ein weiterer Grund für diese Bräuche  in der Freinacht war der Einzug der Jugendlichen zum Militär. Früher war der erste Mai der Musterungstermin für den Wehrdienst. Die Nacht des 30. April war somit die letzte Gelegenheit für die jungen Männer zu ausgelassenen Streichen bevor in den Kasernen der Ernst des Lebens begann.

Freistaat Bayern

Der Freistaat Bayern ist ein Bundesland der Bundesrepublik Deutschland. Freistaat ist im Grunde nur ein anderes Wort für Republik. Die Bezeichnung "Freistaat" im Namen Bayerns sagt nichts aus über föderale Rechte und Pflichten.

 

Der erste bayerische Ministerpräsident Kurt Eisner, ein Sozialist, gab dem neuen Staatsgebilde diesen Namen, weil die Revolutionäre von 1918 so zum Ausdruck bringen wollten, dass Bayern ein freier Staat war: frei von Kirche, König und Bourgeoisie. Heute tragen auch Sachsen und Thüringen die Bezeichnung Freistaat.

Hoagartn   siehe hier

Krachlederne

Häufigstes Vorkommen: Bayern. Wilddiebe bevorzugten hirschlederne Beinkleider. Denn Hirschleder ist das feinste und strapazierfähigste Material. Der Wilddieb tratzte (ärgerte) die königlich-bayerischen Forstaufseher, indem er das Leder seiner Jagdzüge öffentlich trug.

Heute wird die Lederhose hauptsächlich aus Hirsch- und Wildbockleder (Wildziege) hergestellt. Hirschleder wird i.d.R. sämisch gegerbt (dabei wird es mit Öl und Tran behandelt, was das Leder weich und angenehm beim Tragen macht). Wildbock wird normalerweise chrom-gegerbt (natürlich nach den herrschenden Gesundheitsrichtlinien).

Der Hosenlatz, auch Hosentürl, ist bestickt und eigentlich aus einer Peinlichkeit entstanden. Beim Sitzen klaffte nämlich seinerzeit die Hose vorne auseinander was kein schöner Anblick war. So entstand eigentlich aus einer Not heraus der Latz, der das Hosentürl verdeckte.

Zu jeder Lederhose gehören Hosenträger, zwei über den Achseln zu legende Längsstreifen, vorne durch Quersattel zusammengehalten. In der Mitte des Quersteges findet man häufig eine Stickerei.

Maibaum   siehe hier

Nudelwoigler  (Nudelholz)

Traditionelles bayerisches Schlagwerkzeug, um blaue (bsuffane) Ehemänner gebührend zu empfangen.

Oktoberfest  (Wiesn)

Zu allererst einmal geht der Münchner auf die "Wiesn", nicht auf die "Wiese" und auch nicht auf die "Wiesen". Auch ein Apostroph ("Wies'n") hat da nichts verloren. Es handelt sich dabei um den bairischen Singular. Offiziell heißt das Gelände übrigens "Theresienwiese", benannt nach Therese von Sachsen-Hildburghausen, anlässlich derer Hochzeit mit Kronprinz Ludwig 1810 an dieser Stelle ein Pferderennen abgehalten wurde. Hier irrt sogar mal das allwissende Google, bei dem das Gelände als "Theresienwiesen" in den Landkarten zu finden ist.

Patenbitten  siehe hier

Perchtenlauf

In den 12 Rauhnächten, von 25. Dezember bis 06. Januar, finden alle Jahre wieder die Perchtenläufe in vielen Gemeinden Bayerns statt. Dabei maskieren sich Angehörige von Brauchtumsvereinen zu furchterregenden Gestalten und ziehen durch die Dörfer von Haus zu Haus. Dabei tragen Sie selbstgeschnitzte Holzmasken, Felle und Leder. Sie hauen auf Ihren Trommeln herum, spielen die Teufelsgeige und Ihr Glockenspiel. Die Gestalten werden auch Waldmandl und Schiachperchten genannt. Unter diesem Trommel- und Teufelsgeigenlärm, sowie unter lautem Geschrei, sollen die Winterdämonen vertrieben werden, damit der Frühling kommen kann.

 

Die Rauhnächte werden auch Los- oder Orakelnächte genannt. Dabei steht eine Rauhnacht für einen Monat des Folgejahres. D.h. wenn die erste Rauhnacht (25./26. Dezember) schlechtes Wetter bringt, dann wird auch der Januar schlecht. Bei der zweiten Rauhnacht ist der Februar dran, bei der dritten der März und so weiter.

Schäfflertanz

Zwischen Heilig Dreikönig und Faschingsdienstag findet alle sieben Jahre der Schäfflertanz statt. Schäfffler sind Faßmacher, deren Beruf langsam ausstirbt, da die Brauereien mehr und mehr auf Aluminiumfässer und Container umgestiegen sind.

 

Die Überlieferung sagt, daß die Schäffler während der Pest im Jahre 1517 ausgezogen sind, um der Bevölkerung wieder Lebensmut zu bringen.

Sie tragen beim Tanz rote Fräcke, schwarze Kappen, weiße Strümpfe und einen Lederschurz. Die Gruppe besteht aus 25 Mann. 20 Tänzern, zwei Reifenschwingern, zwei Kasperln und einem Fähnrich. Bis 1963 mußten die Teilnehmer ledig sein.

Im Münchner Rathausturm befindet sich unter dem Glockenspiel ein Schäfflertanzspiel. Täglich um 11.00 Uhr und 17.00 Uhr ist es zu besichtigen.
Alles rund um den Schäfflertanz finden Sie hier: www.schaefflertanz.com

Schuhplattler

Der Plattler ist ein bayrischer Traditionstanz, der von mehreren Tanzpaaren getanzt wird. Dazu wird der sogenannte Landler gespielt.

Ursprünglich ist der Schuhplattler aus dem "Paschen", dem abwechselnden Klatschen auf die Oberschenkel, Schuhsohlen der Haferlschuhe und in die Hände entstanden und hatte keine festgelegte Tanzfolge.

Der Schuhplattler war auch ein Werbetanz der Burschen um die Mädchen. Um sein Interesse an ihr zu bekunden tanzte der Bursche um das Mädchen herum.

 

Heutzutage haben sich Brauchtumsvereine dem Schuhplatter angenommen und die überlieferten Tanzschritte niedergeschrieben und somit den Schuhplattler reglementiert.

 

Reiter-Regel:

1. Takt:

Mit dem rechten Fuß aufstampfen,
mit der linken Hand auf den linken Schenkel schlagen,
mit der rechten Hand auf den rechten Schenkel schlangen.
2. Takt

Mit der rechten Hand von hinten auf die linke Schuhsohle schlagen.
Mit der linken Hand auf den linken Schenkel schlagen.
Mit der rechten Hand auf den rechten Schenkel schlagen.
3. Takt

Mit der rechten Hand von hinten auf die linke Schuhsohle schlagen.
Mit der linken Hand auf den linken Schenkel schlagen.
Mit der rechten hand auf den rechten Schenkel schlagen.
Mit der linken Hand auf den linken Schenkel schlagen.
Mit der rechten Hand von vorne auf die linke Schuhsohle schlagen.
Mit der linken Hand auf den linken Schenkel schlagen.

Schreibweise

Die Schreibweisen Bayern, bayrisch mit y gehen auf den philhellenischen (= Griechenfreund) bayerischen König Ludwig I. zurück. In der Sprachwissenschaft wird streng unterschieden zwischen bairischer Sprache/Bevölkerung, welche mit i geschrieben werden, und dem bayerischen Territorium, das mit y geschrieben wird. Also: "Bayerisch" bezeichnet man etwas das in Bayern ist oder aus Bayern kommt. "Bairisch" ist die Sprache.

Silvesterbräuche

Der Jahreswechsel wird in Bayern, wie überall im deutschsprachigen Raum, schon seit Jahrhunderten gefeiert. Die Bezeichnung für den Altjahrsabend, wie man früher sagte, als „Silvesterabend“ geht auf das Jahr 1582 zurück. Damals wurde der letzte Tag des Jahres vom 25. Dezember auf den 31. Dezember verlegt, den Todestag des Papstes Silvester I. Der Liturgische Kalender führt diesen Tag auch als seinen Namenstag; bis dahin feierte man an diesem Tag die jüdische Beschneidung Jesu. Die Bezeichnung Altjahrsabend hielt sich aber in den Dialekten noch lange.

Jahresschluss-Gottesdienste gehören heute ebenso zum Silvesterabend wie Böllerkrachen und Feuerwerke, Orakel wie Bleigießen oder Glückskekse und natürlich Sekt zum Anstoßen oder ein Silvesterpunsch. Von den alten bayerischen Orakel-Bräuchen wie Pantoffelwerfen, Zaunsteckenzählen oder Schifferspiel ist eigentlich nur noch das Bleigießen übrige geblieben.
Ein Silvesterbrauch im alten München war neben dem Böllerschießen, durch das die bösen Geister vertrieben werden sollten, das Neujahrsansingen. Vor allem in den Vorstädten kamen die Buben auf Steckenpferden vermummt und angemalt angeritten und wünschten das Neujahr an, um nach dem Absingen von allerlei Liedern und Verslein Würste, Fleisch oder süßes Gebäck einzuheimsen. In der Au waren sie beispielsweise als Hexen verkleidet, schließlich waren ja auch die Rauhnächte nicht weit. Und die Spender wollten sich mit ihren Geschenken einen guten Ausgang des Jahres sichern. An diesen Brauch erinnern eigentlich nur noch die Trinkgelder, die man üblicherweise heute an Postboten, Zeitungsausträger oder Müllmänner verteilt.
Auch kulinarisch war der Silvestertag in Alt-München von der Glückssymbolik bestimmt. Wenn der traditionelle Karpfen auf den Tisch kam, suchte jeder eine große Schuppe davon zu ergattern, die das ganze Jahr über im Geldbeutel aufbewahrt wurde, damit das „Fünferl“ nicht ausging. Doch auch andere Fischgerichte kamen an Silvester zu Ehren, auch wenn's „nur“ ein einfacher Heringssalat war, denn „Fischessen bringt Glück“. Silvester war ja einst ein „Fasttag“ und der wurde durch ein gutes Fischgericht zum „Festtag“, wie es uns die Mönche vorgemacht hatten.Am Neujahrsmorgen kamen in Altbayern vielerorts die Nachbars- oder Patenkinder zum „Neujahrsansagen“, zum Gratulieren also, mit Sprüchen wie: „Prosit Neujohr / A Brezn wia a groß Tor / an Lebzelt wia a Ofenplatt / Macht uns mitananda satt!“.  Natürlich gab's dann süße Brezen, Schmalznüsse, Lebkuchen und dergleichen oder kleine Geldgeschenke als Belohnung. Besonders im Niederbayerischen wurde darauf geachtet, dass am Neujahrstag alles glatt verlief: Man achtete darauf, dass gut gegessen und getrunken wurde, alle Rechnungen bezahlt waren, nichts ausgeliehen, nichts verkehrt gemacht wurde. Man ist früh aufgestanden, hat nichts anbrennen lassen und aufgepasst, dass einem keine schwarze Katze über den Weg lief. Das Feuer im Herd durfte nicht ausgehen und der Geldbeutel nicht leer sein. Dies alles brachte Glück und Segen in den kommenden Monaten.

Am Dreikönigstag, dem 6. Januar, wird auch heute noch in einigen Gegenden Bayerns das Haus ausgeräuchert: man legt Weihrauchkörner auf eine Kohlenschaufel und trägt sie durch das Haus und die Viehställe; dazu wird Dreikönigswasser gesprengt und der Hausherr bezeichnet mit geweihter Kreide Haus- und Stalltüren mit den Buchstaben C + M + B sowie der neuen Jahreszahl. Das bedeutet im Volksglauben Caspar + Melchior + Balthasar hat aber eigentlich die Auslegung „Christus mansionem benedicat“, was soviel heißt wie: „Christus segne dieses Haus“.

 

Die als die Heiligen Drei Könige verkleideten Sternsinger, Kinder, die früher von Haus zu Haus zogen, fromme Lieder sangen und kleine Geschenke entgegennahmen, haben heute eine andere Funktion. Die Kinder und Jugendlichen, die am Dreikönigstag an unseren Haustüren singen, unser Haus ausräuchern und die Türen mit den magischen Zeichen versehen, sammeln nicht für sich, sondern für einen guten Zweck, für bedürftige Kinder dieser Erde.

(Quelle: Aubing-Neuaubinger Zeitung Freitag, 30. Dezember 2005)

Sonnwendfeuer

Um den Johannistag (24. Juni), werden in der Nacht zum vorhergehenden oder darauffolgenden Sonntag riesige Stöße mit gesammelten Holz angezündet. Das Holz wird nach alter Tradition von den Burschen und Jugendgruppen oder den Mitgliedern des Deutschen Alpenvereins auf die Berge gebracht. Von dort leuchten die Feuer an Johannis ins Tal.

Heute wird dieser Brauch nur noch in den Bergen des bayrischen Oberlandes und im Allgäu gepflegt.

Tracht  s.a. unsere Tracht

Kleider machen Leute, Trachten machen Menschen (Paul Ernst Rattelmüller, 1984)

Die Trachten wie wir Sie heute kennen, waren Standeskleidungen vergangener Jahrhunderte. Die Kleidung der ländlichen Bevölkerung war überwiegend die des Bauernstandes, da nur in den Städten sich die verschiedenen Stände gegenüberstanden. Da der überwiegende Teil der Bevölkerung aus dem Bauernstand kam, sind die meisten Trachten auch aus diesem überliefert. Als Ende des 19. Jahrhundert die traditionelle Kleidung zu Verschwinden drohte, wurde in Bayrischzell von Lehrer Josef Vogl mit seinen Mitstreitern der erste Trachtenverein gegründet. Heute werden z.B. von den 68 Trachtenvereinen im Isargau Gebirgstrachten sowie Volkstrachten gepflegt.
 

Die meisten Vereine im Isargau tragen eine so genannte Gebirgstracht, die, wie der Name sagt, aus den bayerischen Alpen in den Raum München gebracht worden ist. Von den Gebirgstrachten ist die verbreitetste und auch bekannteste die "Miesbacher Tracht". Darüber hinaus haben sich verschiedene Vereine zur Aufgabe gemacht, auch die Werdenfelser, die Isarwinkler, die Inntaler, die Berchtesgadener und die Chiemgauer Tracht möglichst originalgetreu zu erhalten.

 

Im Unterschied dazu sind die Volkstrachten bodenständige Trachten, die in den entsprechenden Gegenden getragen werden. Verschiedene Trachtenvereine des Isargau gehen immer mehr dazu über, nachzuforschen wie die bodenständige Tracht in ihrer Heimat ausgesehen hat. Bei den Volkstrachten unterscheidet man derzeit die Dachauer, die Dorfener, die erneuerte Tracht München Ost, die Egerländer, die Hinterskirchner, die Ismaninger, die Landshuter, die Markt Schwabener und die Wartenberger Volkstracht. Bei den Volkstrachten wiederum dürfte wohl die Dachauer Tracht den größten Bekanntheitsgrad besitzen.

 

Zur Unterstützung der Trachtenerhaltung wird jährlich am Wochenende nach Christi Himmelfahrt ein Trachtenmarkt im Bauernhausmuseum in Erding veranstaltet. Aber auch in Germering findet jährlich ein Trachtenmarkt statt.

Tradition

Unter Tradition wird in der Regel die Überlieferung der Gesamtheit des Wissens, der Fähigkeiten sowie der Sitten und Gebräuche einer Kultur oder einer Gruppe verstanden. Tradition ist in dieser Hinsicht das kulturelle Erbe, das von einer Generation zur nächsten weitergegeben wird. Wissenschaftliches Wissen und handwerkliche Kunst gehören ebenso dazu, wie Rituale, moralische Regeln und Speiseregeln.

Neben diesen hochkulturellen Inhalten werden zuweilen auch nur temporär gültige Üblichkeiten als Tradition bezeichnet. In diesem Sinne wird der Ausdruck traditionell gebraucht; es ist das Übliche und Gewohnte. Der eher bildungssprachliche Ausdruck traditional wird dagegen auf die hochkulturellen Inhalte bezogen.

Der Gebrauch des Wortes ist allerdings nicht einheitlich. Unter Tradition versteht man unter anderem:

 

- das Überlieferte, die Überlieferung selbst (traditum)

- das Überliefern, die Weitergabe (tradendum)

- Gepflogenheiten, Konventionen, Brauchtum

Literaturhinweis

 

- Von Thomas Morus (1477/78-1535) stammt die Aussage: "Tradition ist nicht das Halten der Asche sondern das Weitergeben der Flamme."

- Gustav Mahler sagte: “Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche“

- Jean Jaurès (1859-1914) franz. Philosoph und Politiker sagte: “Tradition pflegen heißt nicht, Asche aufbewahren, sondern Glut am Glühen halten.”

Wappen des Freistaates Bayern

Das große und kleine bayerische Staatswappen gehen auf das Gesetz vom 5.Juni 1950 zurück. Die weiß-blauen Rauten des Herzschildes des großen Wappens - ursprünglich Heroldszeichen der Grafen von Bogen und im 13.Jahrhundert von den Wittelsbachern übernommen - repräsentieren den bayerischen Gesamtstaat. Von den heraldischen Symbolen der vier Felder steht der goldene Löwe auf schwarzem Grund für die Oberpfalz; der silberne Rechen auf rotem Grund für Franken. Der blaue Panther auf silbernem Grund versinnbildlicht Ober- und Niederbayern; die drei staufischen Löwen auf goldenem Grund das bayerische Schwaben.

Weiß Ferdl  (1883-1949)

Der berühmte Volkssänger trat zur Zeit der Weimarer Republik in Münchener Bierhallen auf und verstand es, seinen Landsleuten aus der Seele zu singen und mit mal humorigen, mal politisch ernsten Gstanzln und Stückln das bayerische Gemüt in Wallung zu bringen. Unvergesslich ist z.B. das Couplet "Ein Wagen von der Linie 8".

Weißwurschtäquator

Er bezeichnet die nördliche bayerische Landesgrenze und lässt glauben, dass bayerische Spezialitäten nicht über diese Landesgrenze hinauskommen. Das ist aber weit gefehlt! Sowohl Weißwürste wie auch bayerisches Bier sind längst ein echter Exportschlager!

Zachäus  (Zacherl) = Kirchweihfahne

Die Kirchweihfahne, der weithin sichtbare "Zachäus", ist nicht einfach nur ein brauchtümliches Dekorationsstück. Es entstand im Grund aus einem rechtlichem Zusammenhang. Zur Kirchweih wurden Märkte abgehalten und hier kam viel Volk (Einheimische und Auswärtige) zusammen, die nicht immer friedlich miteinander umgingen. Der "Zachäus" ist eine umgedeutete Marktfahne, die früher als Zeichen der Markthoheit und als weithin sichtbare Warnung diente, dass der Landfrieden unbedingt einzuhalten sei und bei Zuwiderhandlungen harte Strafen zu erwarten waren. Schon im Bayerischen Landrecht von 1553 heißt es:

"Wir (ver)ordnen und wöllen, daß vüran bei allen Versammlungen des Volks mit ganzem Ernst Fried zu halten geboten (ist), auch des zu einem Anzeigen von Stund an ein Fähnlein öffentlich aufgesteckt werden, dabei ein jeder den Fried erkennen und sich deshalb der Unwissenheit nit entschuldigen möge."


 

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